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Klapp-Rad 28"

Inhalt

1. Vorgeschichte
2. Klapp-Rad 28"
3. Konstruktive Details

1. Vorgeschichte  ↑ Anfang

Klapp- oder faltbare Fahrräder gab es schon bald, nachdem das Fahrrad industrielles Serien-Produkt wurde (Ende des 19.Jahrhunderts). Sie wurden zuerst in Frankreich gebaut und waren für das Militär bestimmt (Abb.1). Das heute wieder beliebte Dursley-Pedersen-Rad wurde im Buren-Krieg eingesetzt.

In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts kamen diverse Klapp-Räder mit kleinen Rädern auf den Markt, die zur Mitnahme im Koffer-Raum eines Pkw's gedacht waren. Eine gute technische Lösung war die faltbare Version des englischen Moulton-Bike (Abb.2, sogar vorn und hinten gefedert). Auf dem Festland wurden Niedrigpreis-Modelle vorwiegend über Tankstellen verkauft. Bei ihnen wurde aus Preisgründen extrem gespart. So verwendete man z.B. handelsübliche Kettenräder, die für den Kettentrieb auf kleine Räder nicht geeignet sind. Die kleinen Falt-Räder kamen wegen dieser Ungeschicklichkeit in Verruf, denn man musste zu viel pedalen, um mit den "Grossen" mithalten zu können. Alex Moulton machte diesen Fehler nicht, dennoch geriet sein Produkt in diesen Strudel.

Ich stellte mir also die Aufgabe, das im folgenden vorzustellende Klapp-Rad mit üblichen 28"-Rädern zu bauen. Bevor ich damit fertig wurde, war inzwischen (Anfang der 80er Jahre) ein neues Moulton-Bike erschienen (s.Abb.3). Es hatte etwas grössere Räder mit Hochdruck-Reifen für niedrigeren Rollwiderstand und einen stabileren und trennbaren Rahmen. Weil ich mir ein solches Rad sofort anschaffte, geriet mein Projekt zunächst in Verzug, wurde schliesslich aber doch fertig.

<< Abb.1 Französisches Militär-Faltrad 1895 [1]



↑↑ Abb.2 Moulton-Bike vom Anfang der 60er Jahre          ↑↑  Abb.3 ... und vom Anfang der 80er Jahre

Rahmen-Teile meines Moulton-Rades lieh ich später für den Prototyp eines Drei-Rades aus.

2.Klapp-Rad 28"  ↑ Anfang

Abb.4 zeigt, worum es geht: Ein normales Fahrrad ist zu lang für die Kofferraum-Breite eines üblichen PKW's.
Abb.5: Mein Klapp-Rad wird kürzer. Das (nach hinten verdrehte) Vorderrad stösst ans Hinterrad. Die Länge verkleinert sich auf ca. 150 cm, was noch zu viel ist.
Abb.6: Beide Räder überdecken sich ungefähr auf der Hälfte ihres Durchmessers. Die Paket-Länge ist nun mit ca. 115 cm klein genug für den Kofferraum, wie in
Abb.7 zu erkennen ist.


↑↑ Abbildungen 4 und 5


↑↑ Abbildungen 6 und 7

3. Konstruktive Details  ↑ Anfang

Der Rahmen wird unter dem Sattel geöffnet, indem dieser vorübergehend samt -Stütze aus dem Sattelrohr gezogen wird. Es sind zwei Klemmen vorhanden, beide sind zu lockern: Abb.9.


↑↑ Abb.8 Oberrohr hinterm Steuerrohr                      ↑↑ Abb.9 Oberrohr unterm Sattel

Beide Lenker-Hälften wurden nach Verdrehung des Vorderrades nach unten geklappt (vorher mittiger Sperrhebel angehoben): Abbildungen 10 und 11.


↑↑ Abbildungen 10 und 11

Das zentrale Klapp-Gelenk hat eine schiefe Achse, wodurch beide Räder parallel übereinander zu liegen kommen (später auch von Müller und Riessen verwendet). Im Gelenk sind einige achsial stark vorgespannte Tellerfedern eingebaut, um Bewegungsspiel zu unterbinden: Abbildungen 12, 13 und 14.


↑↑ Abbildungen 12 (von der Seite), 13 (gestreckt, von unten) und 14 (geklappt, von vorn)

Hinter dem Steuerrohr befindet sich ein weiteres Gelenk (ebenfalls vorgespannt), mit dem das Oberrohr nach unten geklappt werden kann: Abb.8.


↑↑ Abbildungen 15 und 16

Die Dicke des Falt-Paketes ist klein, weil die Räder nicht zentrisch aufeinander liegen (s.Abb.6, linke Hinterrad-Strebe gebogen, Reifen stösst auf Reifen), der Lenker abgeklappt ist und die Pedale nach innen zeigen. Letzteres wird vereinfacht durch handliche Rändel-Scheiben, mit denen die Pedalachsen ohne Werkzeug schnell aus- und eingeschraubt werden können: Abbildungen 15 und 16.

[1] Rauck, Volke, Paturi: "Mit dem Rad durch zwei Jahrhunderte", Aarau und Stuttgart, 1979 (2.Aufl.)

LogoSW Siegfried Wetzel, CH 3400 Burgdorf, April 2008 (Jan.11)

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